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Wüstenrennmaus (Gerbil)

Wüstenrennmäuse sind quirlige, putzige, extrem neugierige und hochsoziale Tiere. Sie zählen nicht zu den klassischen Streicheltieren und sind mehr zum Ansehen als zum Anfassen gedacht. Wenn man ihnen aber einen tiergerechten Lebensraum bietet, erlebt man mit den rührigen Nagern viel Freude.

Die Wüstenrennmaus (Gerbil, Mongolische Rennmaus - Meriones unguiculatus) gehört zur Familie der Wühler (Cricetidae) und ist mit dem Hamster verwandt. Sie stammt aus den Steppen- und Halbwüstengebieten Asiens und lebt dort in Familienverbänden in selbstgegrabenen, unterirdischen Gängen und Höhlensystemen. Diese Bauten haben normalerweise mehrere Ausgänge, damit die Tiere bei Gefahr rasch flüchten können.

Der Gerbil ist ein stark an Wüstenverhältnisse angepasstes Tier mit einem sehr ökonomisch funktionierenden Wasserhaushalt. Er kann Wasser in seinen Fettzellen speichern, produziert wenig Urin und sehr trockenen Kot. Im Gegensatz zu vielen anderen Wüstenbewohnern ist er kein nachtaktives Tier, er verbringt lediglich die heißeste und kälteste Zeit des Tages in seinem Bau.

Bei Aufregung und Gefahr stellt sich der Gerbil auf und trommelt mit den Hinterbeinen auf den Boden. Damit warnt er andere Familienmitglieder. Neben diesem Schreckverhalten gibt es auch das „Begattungstrommeln“, das etwas rascher und leiser erfolgt.

Rennmäuse leben in Sippen, sind aber monogam und leben immer nur mit einem Partner in einer engen Beziehung. Nach einer Tragzeit von 23 bis 26 Tagen bringen die Weibchen fünf bis acht nackte und blinde Junge zur Welt. Sie beginnen mit etwa drei Wochen feste Nahrung aufzunehmen und können mit einem Alter von sechs Wochen von der Mutter getrennt werden.

 

Die Haltung als Heimtier:

Gerbils eignen sich nicht zur Einzelhaltung, denn allein gehaltene Tiere stehen unter Dauerstress. Rennmäuse brauchen einen Partner zur gegenseitigen Körperpflege, zum Spielen und zum Aneinanderkuscheln beim Schlafen. Werden sie einzeln gehalten sind sie oft krankheitsanfällig und führen Ersatzhandlungen aus wie zum Beispiel Gitterbeißen. Holen Sie sich also lieber weibliche Geschwister ins Haus oder ein Pärchen, bei dem Sie das männliche Tier kastrieren lassen, um unerwünschten Nachwuchs zu unterbinden.

Gerbile können sowohl in Gitterkäfigen als auch in Glasterrarien gehalten werden. Ein Gitterkäfig sollte für ein Tier eine Größe von mindestens 60 x 30 x 40 Zentimetern aufweisen. Glaskäfige müssen mindestens 80 x 50 x 50 Zentimeter groß sein, damit für eine entsprechende Belüftung gesorgt ist. Für jedes weitere Tier müssen Sie etwa 20 Prozent mehr Fläche einrechnen.

Vorteilhafter sind Glaskäfige, weil sie eine tiefere Einstreu ermöglichen, was dem Grabe- und Ausgestaltungsbedürfnis der Tiere besser entspricht. Stellen Sie den Käfig unbedingt an einer Stelle auf, wo ein Hitzestau durch direkte Sonneneinstrahlung ausgeschlossen ist. Als Wüstentiere vertragen Rennmäuse keine ständige Feuchtigkeit, auch Kälte kann, besonders im Winter, zu gesundheitlichen Schädigungen führen. Die optimale Temperatur für Rennmäuse beträgt 15 bis 25 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 70 Prozent liegen.

 

Die Käfigeinrichtung:

Als Einstreu - sie sollte mindestens zehn Zentimeter tief sein, weil Gerbils sehr gerne graben - eignen sich Hobelspäne. (Torfmullhaltige Tierstreu ist nicht zu empfehlen, die starke Staubentwicklung und die Gefahr der Verbreitung von Pilzen sprechen dagegen.) Die Tiere erweitern selbst ihre Einstreu. Geben Sie ihnen Material zum Nagen wie Karton, Rinde, Heu und Stroh. Sie werden es blitzartig zerkleinern und "widmungsgemäß" verwenden.
Als Ausstattung des Käfigs sind alle Gegenstände aus Holz, Rinde und Karton gut geeignet.
Gerbils sind es gewohnt, ihren Lebensbereich zu unterteilen, daher sind mehrere Ebenen im Käfig optimal. Legen Sie einen Stein direkt auf den Boden, er kann als Aussichtspunkt dienen.

Das tägliche Sandbad mit „Chinchillasand“ stillt ein wichtiges Bedürfnis zur Fellpflege dieser Wüstentiere. Vogelsand oder gar Sand aus Baumärkten ist dafür völlig ungeeignet und für die Tiere gesundheitsschädlich.

Gerbils legen auch gerne Baue und unterirdische Gänge an. Eine Wurzel, die in die Einstreu eingegraben ist, gibt den Konstruktionen der kleinen Baumeister Halt und dient auch zum Nagen und als Klettermöglichkeit. Optimal zur Beschäftigung der quirligen Kleinen sind Küchen- und Klopapierrollen. Keine Rennmaus kann der Lockung einer solchen Rolle widerstehen. Sie wird zum Spielen benützt und schlussendlich zernagt und als Nestbaumaterial verwendet.

Da Rennmäuse wenig Harn ausscheiden, müssen Käfige und Terrarien nicht so häufig gereinigt werden, eine gründliche Säuberung alle vierzehn Tage bis drei Wochen reicht. Eine häufigere Reinigung kann die Tiere sogar stressen, weil Rennmäuse nach jeder Reinigung ihr Nest neu bauen und mit ihren Duftdrüsen markieren, deren Düfte für Menschen nicht wahrnehmbar sind. Augenfällig verschmutzte Einstreu und verdorbene Futterreste müssen aber täglich entfernt werden.

 

Vorsicht beim Umgang:

Will man Rennmäuse handzahm machen, muss man ihre angeborene Neugier ausnützen. Locken Sie das Tier mit Leckerbissen und lassen sie es ausgiebig auf den Händen klettern und schnuppern. Vermeiden Sie aber bitte hektische Bewegungen, das irritiert die Rennmäuse. Wenn Sie den Gerbil einfangen wollen, bilden Sie mit den Händen über dem Tier eine Art Höhle und warten Sie, bis es sich beruhigt hat. Dann schließen Sie die Hände und können das Tier aufnehmen.

Rennmäuse kann man auch mit Futter und einer Küchenrolle anlocken. In den meisten Fällen wird die Rennmaus hineinkriechen. Die Öffnungen dann rasch mit beiden Händen verschließen und zurück in den Käfig. Man kann den Gerbil auch sehr gut an der Genickfalte fassen, weil er dann in eine Tragestarre verfällt. Eine Wüstenrennmaus darf man aber niemals am Schwanz hochheben, da die Haut über den Schwanzwirbeln leicht reißt.

Trotz ihrer Quicklebendigkeit sollte man den Gerbils regelmäßige Bewegung auch außerhalb ihres Käfigs oder Terrariums ermöglichen. Der Raum muss allerdings geschlossen und leicht überschaubar sein. Alle Gefahrenquellen sollten beseitigt werden und die Tiere dürfen niemals sich selbst überlassen bleiben.

 

Gerbils in Kürze:

  • Alter: bis zu sechs Jahren
  • Käfiggröße: 60 x 30 x 40
  • Terrariengröße: 80 x 50 x 50
  • Tag- und nachtaktiv
  • Nicht für kleine Kinder geeignet
 

Ernährung:

  • Heu: Beschäftigung und Nestbaumaterial
  • Kraftfutter: 1 Esslöffel Hafer, Hirse, etc. oder einer Körnerfuttermischung, hartes Brot Grünfutter: Gräser, Kräuter, Äpfel, Karotten, Gurke; Eiweiß: etwas Topfen, Hüttenkäse, Mehlwürmer, hartes Ei
  • Nagen und Beschäftigung: Zweige, hartes Brot, Karton, Rinde

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