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Frettchen

Als Stammform des Frettchens gilt der westliche Waldiltis (Mustela putorius) aus der Familie der Marder. Durch Zähmung und jahrhundertlange Züchtung entwickelte sich aus dem Iltis unser bekanntes Frettchen. Es wurde und wird im Rahmen einer speziellen Jagdtechnik, dem Frettieren, zur Jagd auf Kaninchen und zur Bekämpfung der Wanderratten eingesetzt.

Genau genommen werden als Frettchen nur die Tiere bezeichnet, die durch die Zucht zu Weißlingen, sogenannten Albinos, geworden sind. Durch Rückkreuzungen dieser weißen, pigmentlosen Tiere mit Wildiltissen entstanden die bekannten wildfarbenen Exemplare, die, nimmt man es ganz genau, Iltisfrettchen genannt werden.

Frettchen sind hauptsächlich während der Nacht rege, am Tag hingegen sind sie oft auffallend schläfrig. Der Eindruck kann freilich täuschen, sie sind trotzdem hochgradig verspielt und ungemein neugierig. Man darf sie deshalb nie ohne Aufsicht frei in der Wohnung herumtollen lassen. Frettchen sind Raubtiere und das müssen Sie auch bei ihrer Haltung berücksichtigen.

Mit Hunden und Katzen im selben Haushalt gibt es meist keine Schwierigkeiten, andere Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel stellen aber für die kleinen Wildfänge eine permanente Versuchung dar. Solche Heimtiere müssen daher stets von Frettchen räumlich getrennt untergebracht werden.

Die Frettchen sind polygam, ein Rüde ist gerne bereit, sich mit mehreren weiblichen Tieren zu paaren, die Fähen genannt werden. Die Weibchen hingegen sind manchmal wählerisch und lassen sich nur von einem bestimmten Rüden decken. Um Konflikte zu vermeiden sollten Sie Rüden etwa 24 Stunden nach der Paarung von der Fähe trennen und bis zum Absetzen der Welpen von dem weiblichen Tier fern halten.

Die Tragzeit beträgt bei Frettchen 40 bis 42 Tage. Gegen Ende der Tragzeit und unmittelbar nach der Geburt sind Fähen ausgesprochen unverträglich und attackieren mitunter sogar ihren vertrauten Pfleger. Die Welpen kommen nahezu nackt und mit geschlossenen Augen auf die Welt. Erst in der vierten und fünften Woche öffnen sich die Augen. Die Welpen werden bis zur achten Woche gesäugt. Eine Trennung von Welpen und Fähe sollte nicht vor der zehnten Lebenswoche erfolgen.

 

Die Haltung als Heimtier:

Im Gegensatz zu ihren wildlebenden Vorfahren sind Frettchen, besonders die weiblichen Tiere, gesellig. Einzeln gehaltene Tiere werden zwar rascher zahm, Frettchen sollten aber dennoch paarweise gehalten werden. Bei zwei Fähen geht das problemlos, zwei Rüden vertragen sich allerdings nicht. Männchen und Weibchen funktioniert auch, allerdings sollten Sie die Tiere kastrieren lassen, wenn Sie nicht züchten möchten.

Rüden haben gegenüber den Fähen stärker ausgeprägte Duftdrüsen, die männlichen Tiere verströmen speziell in der Paarungszeit von März bis August einen besonders strengen, leicht süßlichen, wildartigen Geruch. Früher wurden deshalb den Tieren die Duftdrüsen entfernt, das ist aber nach dem neuen Bundestierschutzgesetz verboten.

 

Die Käfigeinrichtung:

Werden Frettchen in Wohnungen gehalten, bringt man sie am besten in stabilen Käfigen mit festen Böden unter. (Die Haltung auf Rost- oder Gitterböden ist verboten)

Für ein bis zwei Tiere rechnet man mit mindestens zwei Quadratmeter Bodenfläche, jedes weitere Tier benötigt zumindest einen halben Quadratmeter zusätzlich. Der Käfighöhe muss mindestens 60 Zentimeter hoch sein. Wenn sie im Käfig für die Tiere mehrere Etagen einrichten, darf keine von ihnen niedriger sein als 60 Zentimeter.

In jedem Käfig muss eine Fläche von mindestens 0,3 Quadratmeter zum Graben zur Verfügung stehen, darüber hinaus benötigen Frettchen genügend Platz zum Verstecken, Spielen und Schlafen. Besonders wichtig ist für ein Frettchen eine Schlafkiste, in die es sich nicht nur zum Schlafen zurückzieht, sondern auch, wenn es sich beunruhigt oder gestört fühlt. In der Schlafkiste werden die Jungen groß gezogen und manchmal dient sie auch als Vorratsspeicher. Die idealen Maße für eine Schlafkiste betragen 40x30x30 Zentimeter, mit einem Schlupfloch mit einem Durchmesser von 7 bis 10 Zentimeter. Der Deckel sollte abnehmbar sein, damit Sie die Schlafkiste leicht reinigen können. Um die Schlafhöhle optimal nutzen zu können, benötigen Frettchen auch geeignetes Nestmaterial in Form von Stroh oder auch Baumwolltüchern.

Da Frettchen sehr reinliche Tiere sind, die immer die selbe Kotecke benützen, kann man ihnen auch Katzentoiletten als Kotkistchen anbieten. Schlafkiste und Kotkistchen müssen täglich gereinigt werden.

Wenn Frettchen aktiv sind, müssen sie sich ununterbrochen bewegen. Tiere, die nicht im Freien gehalten werden, brauchen deshalb täglich einen mehrstündigen Auslauf in der Wohnung. Zusätzlich sollten Sie auch noch den Käfig mit Kletter- und Spielmaterial ausstatten, damit die Tierchen auch dort ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen können. Gut geeignet dafür sind unter anderem Röhren und Hängematten.

Bei der Haltung im Freien muss das Gehege für ein bis zwei Frettchen mindestens 10 Quadratmeter betragen, für jedes weitere Tier 2,5 Quadratmeter. Das Gehege muss ausbruchssicher sein und zum Teil im Schatten liegen, über entsprechende Kletter-, Spiel- und Versteckmöglichkeiten verfügen und mit einer gut isolierten Schlafbox ausgestattet sein.

 

Vorsicht beim Umgang:

Frettchen benötigen eiweiß- und fettreiche Nahrung. Ihr Futter sollte aus etwa 80 Prozent Fleisch und 20 Prozent pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Die ideale Nahrung für sie wären tote Eintagsküken, es ist aber nicht jedermanns Sache, Eintagsküken einzulagern und zu verfüttern, auch wenn sie bereits im gefrorenen Zustand im Handel erhältlich sind. Als Alternative können sie gehacktes Rindfleisch, grätenfreie Fischfilets und Eier nehmen und den pflanzlichen Anteil durch Beimischung von Gemüse und Vollkornflocken abdecken. Im Handel gibt es auch bereits Fertigfutter für Frettchen. Auf keinen Fall dürfen sie Katzenfutter verwenden, weil dies auf längere Zeit Mangelerkrankungen hervorrufen kann. Frettchen sind Feinschmecker und nehmen zwischendurch auch gerne einmal Obst zu sich. Ein erwachsenes Frettchen benötigt etwa 150 bis 200 Gramm Futter pro Tag. Diese Tagesration sollte ihm über mehrere Mahlzeiten verteilt angeboten werden. Die Tierchen lieben es, Futter, das sie nicht gleich verzehren können, zu horten und zu verstecken. Deshalb sollten Sie speziell die Schlafhäuschen täglich auf Futterreste kontrollieren.

Die Lebenserwartung der Frettchen beträgt sieben bis zehn Jahre, sie sind von Natur aus widerstandsfähig. Zur Gesundheitsvorbeugung gehört die tägliche Kontrolle des Kotes, der im Normalzustand fest und dunkel ist. Zudem müssen regelmäßig Zähne, Fell und Krallen untersucht werden. Zur Gesunderhaltung ist die Impfung gegen Staupe und Tollwut unerlässlich.

 

Frettchen in Kürze:

  • Alter: 7 bis 10 Jahre
  • Paarhaltung
  • Dämmerungs- und nachtaktiv
  • Beschäftigung: Nestmaterial zum Bauen in Form von Stroh oder auch Baumwolltüchern, Kletter- und Spielmaterial wie Röhren und Hängematten.
 

Ernährung:

80 Prozent Fleisch und 20 Prozent pflanzliche Bestandteile. Ideal sind tote Eintagsküken, als Alternative sind gehacktes Rindfleisch, grätenfreie Fischfilets und Eier geeignet, dazu Gemüse und Vollkornflocken. Im Handel gibt es auch bereits Fertigfutter für Frettchen.

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