Ordination ZirlBeruflicher WerdegangSpezialgebiete & LeistungenTermineKontaktWissenswertes
Wissenswertes
Agaporniden (Unzertrennliche)
Chinchillas
Degus
Erste Hilfe
Frettchen
Gerbil (Wüstenrennmaus)
Hamster
Kanarienvögel
Kaninchen
Maus
Meerschweinchen
OP Ratgeber
Papageien
Ratten
Was ist Thermographie?
Wussten Sie dass?
Igel
Parasiten beim Hund
Futter / Wasser Katze
Epilepsie bei Hunden
AKTUELLES

Praxis geschlossen am 02.05.2019 mehr...


Tierärztlicher Bereitschaftsdienst mehr...


LINKS

PetFit -Tiernahrung in höchster Qualität
Int. Kennzeichnungsdatenbank
Veterinaer-Kardiologe: Markovic
Hundeschule Jedermann

Degus

Wenn Sie sich für einen Degu entscheiden, den exotischen Verwandten des Meerschweinchens, sollten sie wissen, dass sie sich kein klassisches Heimtier anschaffen. Degus sind springlebendige, in Gruppen lebende Kleinnager, die jedoch ein hochinteressantes Verhalten zeigen. Sie sind in jedem Fall eine Bereicherung im Heim, aber auch eine tägliche Herausforderung.

Der Degu (Octodon degus) stammt aus Südamerika, wo er vom Norden Chiles bis zur Südspitze des Kontinents weit verbreitet vorkommt. Degufamilien leben von den Küstengebieten des Pazifiks bis zu Gebirgsregionen der Anden und kommen bis zu 1200 Metern Seehöhe vor.

Degus werden auf Grund ihres Aussehens häufig für Hörnchen gehalten, tatsächlich gehören sie aber zur Familie der „Trugratten“ und ihre nächsten zoologischen Verwandten sind die Meerschweinchen.

Degus sind sehr soziale Tiere, sie leben immer in Gruppen und in Familien und dürfen daher niemals einzeln gehalten werden. Wildlebende Tiere leben in Höhlen, sind tagaktiv und ganz besonders morgens und in den Abendstunden unterwegs. Sie sind sehr lebhaft und können dabei auch viel Lärm machen. In der freien Wildbahn leben Degus kaum länger als ein bis zwei Jahre, in der Heimtierhaltung können sie aber ohne weiteres ein Alter von fünf bis acht Jahren erreichen, in Einzelfällen werden sie sogar älter.

Degumännchen werden im Alter von etwa drei Monaten geschlechtsreif, Weibchen etwas früher. Die Weibchen sind etwa alle zwei bis drei Wochen paarungsbereit. Nach einer relativ langen Tragezeit von drei Monaten sind die Jungen so genannte "Nestflüchter". Das bedeutet, dass sie bereits gleich nach der Geburt laufen können, voll behaart sind und die Augen offen haben. Pro Wurf sind vier bis sieben Jungtiere zu erwarten. Bevor Sie sich ein Degupärchen ins Haus holen sollten Sie deshalb bedenken, wohin Sie den zahlreichen Nachwuchs bringen:

 

Die Haltung als Heimtier:

Degus sind sehr lebhafte Tiere, die ausgezeichnet und weit springen können. Sie werden recht zutraulich, wenn Sie sich viel mit ihnen beschäftigen können und sind aus diesen Gründen als Heimtiere immer beliebter. Dennoch bleiben Degus immer ein wenig scheu. Sie sind echte Nagetiere, vor ihren Zähnen ist so gut wie nichts sicher. Das muss man bei der Anschaffung des Käfigs bedenken, aber auch wenn man den Tieren den unbedingt notwendigen Auslauf in der Wohnung verschaffen möchte. Dennoch sind sie friedliche Tiere, die kaum jemals bissig werden.

Eine Einzelhaltung wäre für Degus eine Qual, sie werden dadurch apathisch und depressiv, weil sie von Natur aus sehr gesellige Tiere sind. Sie sollten deshalb mehrere Tiere nehmen, man kann sie problemlos aneinander gewöhnen, sie können zu zweit oder in größeren Gruppen gehalten werden. Auch in der Gruppenhaltung sind sie äußerst neugierig, interessieren sich für alles, was in ihrer Umgebung und im Zimmer vorgeht, und suchen auch den Kontakt zum Menschen.

Als Degukäfig eignet sich ganz hervorragend ein Glasterrarium, das von vorne mit Schiebetüren zu öffnen ist und den Zähnen der Tiere Widerstand bietet, ihnen aber die Möglichkeit zur Aussicht gibt. Für ein Pärchen darf dieses Terrarium jedoch nicht kürzer als 100 Zentimeter sein und muss eine Seitenlänge von 50 Zentimetern besitzen. Da Degus gerne klettern ist eine Höhe von mindestens 100 Zentimetern erforderlich. Für jedes weitere Tier muss man mindestens 20 Prozent Bodenfläche dazu rechnen. Bei Glasterrarien ist auf eine ausreichend Belüftung zu achten, diese Belüftungsschlitze müssen mindestens an zwei Seiten des Käfigs angebracht sein, so dass ein Luftaustausch stattfinden kann.

Wenn Sie ein Glasaquarium als Käfig verwenden möchten, müssen Sie beachten, dass die Glasscheiben nur mit Silikon verkittet sein dürfen, weil andere Substanzen giftig sein können. Die Tiere, die alles abnagen, könnten dadurch Schaden erleiden. Aquarien haben den Nachteil, dass die Luftzirkulation viel schlechter ist, weil sie nur oben offen sind. Außerdem können sie nur von oben hinein greifen, das erschreckt die Degus und treibt sie in die Flucht. Für die Haltung von Degus sind Aquarien deshalb nur bedingt geeignet.

Gitterkäfige können Sie durchaus zur Unterbringung der herzigen Nager nehmen, Sie müssen bei den temperamentvollen Tierchen aber mit einer größeren Verschmutzung der Umgebung durch heraus fallende Einstreu rechnen.

Wenn der Käfig auch noch so groß ist, sollten die Tiere in jedem Fall täglich Auslauf in der Wohnung erhalten. Dabei ist es wichtig, dass sie sich nicht verkriechen können, weil sie sehr schnell und wendig und damit nicht immer ganz leicht einzufangen sind.

 

Die Käfigeinrichtung:

Sie wissen inzwischen, dass Degus sehr aktive Tiere sind, die an die Einrichtung ihrer Umgebung gewisse Ansprüche stellen. Als Futter- und Wassernapf sind schwere Keramikschalen geeignet, die nicht umgestoßen werden können und leicht zu reinigen sind. Kunststoffgefäße und auch Wasserflaschen haben bei Degus dagegen meist nur eine Lebensdauer von wenigen Stunden.

Als Einstreu haben sich Hobelspäne oder Maisstreu bewährt, die mindestens 10 Zentimeter hoch eingebracht werden sollen. (Katzenstreu gehört ins Katzenkistchen und hat in Degubehausungen nichts verloren.)

Da Degus sehr gerne im Sand baden, müssen Sie ihnen für das Wohlbefinden unbedingt eine Schale mit „Chinchillasand“ zur Verfügung stellen. Ganz wichtig ist ein Schlafhäuschen. Holzhäuser muss man des Öfteren erneuern, da sie meist zernagt werden. Verwendbar sind auch Häuschen aus Backsteinen, die mit einer Schieferplatte abgedeckt sind. Bitte beim Bauen unbedingt auf die Sicherheit der Tiere und des Glaskäfigs achten.

Mit Wurzeln, Ästen und größeren Steinen können Sie das Leben Ihrer Degus sehr abwechslungsreich gestalten. Sie lieben es, sich an einem erhöhten Aussichtspunkt aufzuhalten und wenn Sie ihnen Freude machen wollen, beschaffen Sie ihnen ein ausreichend großes Laufrad, bei dem sie ihren Bewegungstrieb befriedigen können. Es kann allerdings niemals einen gut ausgestatteten Käfigbereich ersetzen.

Obwohl Degus kaum einen typischen Körpergeruch entwickeln, ist es notwendig, den Käfig oder das Terrarium ungefähr einmal in der Woche völlig zu reinigen. Futter- und Wasserschüsseln müssen natürlich täglich sauber gehalten werden.

 

Vorsicht beim Umgang:

Ganz wichtig ist es, dass Degus niemals am Schwanz hochgehoben werden dürfen, weil dieser sonst abreißen würde. Sehr empfindlich ist dabei die kleine Quaste an der Schwanzspitze.

Degus sind bei aller Zutraulichkeit als Spielgefährten für Kleinkinder völlig ungeeignet, sie werden meist auch keine Kuschel- oder Streicheltiere.

 

Degu in Kürze:

  • Alter: bis 8 Jahre
  • Käfiggröße: mindestens 100 x 50 x 100 cm für zwei Tiere
  • Auslauf: notwendig
  • Gruppenhaltung: unbedingt erforderlich
  • Kosten: Anschaffung (ohne Tiere): etwa 500 €, laufende Kosten: etwa 10 € im Monat
  • Nicht für kleinere Kinder geeignet
 

Ernährung:

  • Heu: Grundfutter; sollte immer zur Verfügung stehen
  • Kraftfutter: Körnermischungen, Meerschweinchen- oder spezielles Degufutter
  • Grünfutter: Karotten, Gurke, Äpfel, Gräser
  • Nagen und Beschäftigung: Obstbaum-, Weiden-, Buchen-, Lindenzweige; hartes Brot

Sie haben noch Fragen oder wollen einen Termin?

 

Tierambulatorium-Zirl | 6170 Zirl | Mühlgasse 2 |  | Impressum | Datenschutz | comdesign.net