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Agaporniden (Unzertrennliche)

Agaporniden sind Kleinpapageien, die aufgrund ihres ausgeprägten Partnerschaftsverhaltens auch "Unzertrennliche" oder "Liebesvögel" (im englischen Sprachraum "lovebirds") genannt werden. Haben sie sich einmal für einen Partner entschieden, bleiben sie diesem lebenslang treu.

Es gibt Unzertrennliche in unterschiedlichen Farbvarianten, zum Beispiel als Erdbeerköpfchen, Pfirsichköpfchen, Rosenköpfchen oder Rußköpfchen.

Ihre Heimat ist Afrika, wo sie vor allem in Baumhöhlen nisten.
 
Da Unzertrennliche in ihrem natürlichen Lebensraum in Schwärmen leben und wegen ihrer engen Beziehung zu ihrem Partnervogel gilt für sie umso stärker das oberste Gebot, das bei jeder Papageienhaltung zu beachten ist: Haltung nur paarweise oder in Gruppen zu mehreren Paaren!

Wer jemals beobachten konnte, wie sich Agapornidenpartner gegenseitig putzen, kraulen, füttern oder aneinanderkuscheln, wird erkennen, dass für diese Vögel die Einzelhaltung eine der schlimmsten Formen der Tierquälerei ist, die Verhaltensstörungen und Erkrankungen zur Folge hat.
 
Die Haltung eines oder mehrerer Pärchen erfordert einigen Platz: Das österreichische Tierschutzgesetz sieht für die Haltung eines Pärchens eine Mindestkäfiggröße von 85 x 85 x 180 cm (L x B x H ) vor, für jedes weiteres Paar muss 50% der Grundfläche dazugerechnet werden. Bei diesen Maßen handelt es sich um Mindestanforderungen, aufgrund der Flugfreudigkeit dieser Vögel sind aber größere Käfige empfehlenswert! Verwendet man jedoch Käfige der angegebenen Mindestgröße, sollte den Tieren nach Ausschaltung aller im Zimmer vorhandener Gefahrenquellen (z.B. blanke Fensterscheiben, offene Fenster, giftige Zimmerpflanzen ) regelmäßig Freiflug gewährt werden.

Der Standort des Käfigs sollte zugfrei, ruhig und hell sein und eine zuverlässige Nachtruhe (Dunkelheit!) von zehn Stunden garantieren.

Unzertrennliche können auch ganzjährig in geräumigen Außenvolieren gehalten werden, Voraussetzung ist allerdings die Einrichtung eines beleuchteten Schutzraumes ( mind. 0,8m² bei einer Mindesthöhe von 80 cm ), der immer eine Temperatur von mind. 5°C aufweist. Achtung, Außenvolieren müssen einbruchssicher gegen Raubtiere sein!

Was vor der Anschaffung außer der Platzfrage noch zu beachten ist:

  • Agarponiden sind wie die meisten Papageienvögel nicht gerade leise, nicht alle Nachbarn oder Familienmitglieder werden dafür Verständnis aufbringen.
  • Sie verursachen durch das Aufwirbeln von Futterresten, Federstaub etc. auch in der Umgebung des Käfigs Schmutz.
  • Unzertrennliche eignen sich gut für Tierhalter, die gerne beobachten - ihr Verhalten schlägt im Unterhaltungswert jedes Fernsehprogramm
    - aber nicht für Menschen, die sich ausgesprochen zahme Vögel wünschen.
  • Agaporniden lassen sich nicht mit anderen Vogelarten vergesellschaften, auch die gemeinsame Haltung von verschiedenen Agapornidenarten ist schwierig und nur in großen Volieren möglich.
  • Pärchen erwerben, am besten eines, das sich bereits "fürs Leben gefunden" hat. Da sich bei den Unzertrennlichen die Geschlechter äußerlich nicht unterscheiden, ist die einzig sichere Methode der Geschlechtsbestimmung die DNA - Analyse.
  • Agaporniden werden bis zu 16 Jahre alt, eine Anschaffung sollte daher reiflich überlegt werden.
 

Die Voliere und ihre Einrichtung:

Käfige und Volieren müssen aus unbeschichtetem Metall bestehen, das dem ausgeprägten Nagetrieb dieser Tiere standhalten muss. Obwohl auch die Inneneinrichtung viele Kletter - und Sitzmöglichkeiten bieten muss, müssen die Käfigwände zumindest teilweise querverdrahtet sein.

Achtung, Rundkäfige mit weniger als 2 m Durchmesser sind für jede Vogelhaltung streng verboten!
 
Für die Einrichtung der Käfige sollte man Naturäste bzw. - zweige unterschiedlicher Durchmesser verwenden. Sie sollten so angebracht sein, dass sie beim Landen der Vögel nachwippen, um deren Fußgelenke zuschonen. Daneben sind auch Seile oder Schaukeln aus Baumwolle oder Hanf als Sitzgelegenheiten geeignet und beliebt. Plastik - oder Hartholzstangen oder mit Sandpapier umwickelte Stangen sind ungeeignet und gesundheitsschädlich.

Zwischen den Zweigen und Seilen etc. soll noch genügend freier Raum bleiben, so dass möglichst lange Flugstrecken entstehen.

Geschlossene Nistkästen animieren die Unzertrennlichen zum Eierlegen und Brüten, daher eignen sich als Schlafkästchen am besten vorne ganz offene Kästchen, außer man möchte unbedingt züchten. Es sollten so viele Kästchen wie Vogelpaare in der Voliere leben und noch mindestens ein zusätzliches aufgehängt werden.

Zur Grundausstattung gehört auch eine Bademöglichkeit - entweder eine etwas erhöht angebrachte Schale mit Wasser, regelmäßig aufgehängtes nasses Grünzeug oder die tägliche Dusche mit der Blumenspritze.

Einige Futter - und Wassernäpfe aus Keramik oder Edelstahl sollten so angebracht werden, dass sie nicht mit Kot verunreinigt werden können (nicht unter Sitzgelegenheiten!).
Für Agaporniden, die nur in geschlossenen Räumen gehalten werden, sind Tageslichtlampen empfehlenswert.
 
Zur leichteren Reinigung sollte der Boden der Voliere mit saugendem Material (z.B. Vogelsand, Holzgranulat, Rindenmulch) eingestreut werden, das regelmäßig ausgetauscht wird.
 
Das Wohlbefinden der Unzertrennlichen hängt eng mit den Beschäftigungsmöglichkeiten zusammen, die man ihnen bietet. Zweige von Weide, Ahorn, Linde, Birke oder ungespritzten Obstbäumen zerlegen sie mit Freude und tragen sie in ihr Nest. Auch mit Papprollen oder Heubüscheln beschäftigen sie sich gerne. Ein erwünschter Nebeneffekt eines reichen Beschäftigungsangebotes ist, dass fixe Einrichtungsgegenstände wie Schlafhäuschen aus Holz weniger angeknabbert werden.

 

Fütterung:

Unzertrennliche erhalten als Grundfutter eine Körnermischung, die nicht zu viele sehr fettreiche Bestandteile wie Sonnenblumenkerne oder Nüsse aufweisen sollte, sondern mehr aus Hirsearten, einheimischen Getreiden, Kanariensaat oder Buchweizen bestehen sollte. Von dieser Mischung sollte man nicht übermäßig viel anbieten, da Agaporniden Leckermäuler sind und sich sonst nur die fetthaltigen Bestandteile heraussuchen. Regelmäßig Kolbenhirse im Käfig an unterschiedlichen Plätzen aufzuhängen regt auch den Beschäftigungstrieb der Tiere an. Überhaupt lohnt es sich, das Futter an immer anderen Stellen zu "verstecken" - die Unzertrennlichen lieben solche Herausforderungen.

Unbedingt ist auf die Qualität der Körnermischungen zu achten - verdorbenes oder verpilztes Futter ist eine große Gefahr für die Gesundheit der Vögel.

Obst, Gemüse und Pflanzenfutter sind für die Ernährung der Unzertrennlichen unentbehrlich, zum Beispiel gibt man Äpfel, Birne, Bananen, Zwetschken, Karotten, Gurke, Kohlrabi, Beeren, Vogelmiere, Spinat, Salat, Löwenzahnblätter usw.
 
Tierisches Eiweiß in Form von handelsüblichem Eifutter, Hüttenkäse oder gekochtem Ei gibt man während Zucht, Mauser und bei der Jungvogelaufzucht. In diesen Phasen ist auch Keimfutter empfehlenswert, aufgrund des raschen Verderbs ist allerdings Hygiene hier noch wichtiger als sonst.
 
Zur Versorgung mit Mineralstoffen bringt man am besten einen Mineralstein oder eine Sepiaschale zum Knabbern im Käfig an.
 
Vogelsand ist ganz wichtig für die Verdauung der Vögel (Magengrit) - verwendet man ein anderes Einstreumaterial im Käfig, sollte man jedenfalls ein Schälchen Sand bereitstellen.

 

 

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