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Zahnprobleme bei Pferden

Warum müssen Pferde zum Zahnarzt?

Das moderne domestizierte Pferd verbringt den Großteil seines Lebens in der Box, auf Paddocks oder Weiden mit saftigem, weichem Gras.

Das Leben der Pferde hat sich im Laufe der Zeit gewandelt.
Früher musste das ursprüngliche Steppentier mit unwirklichen Wetter- und Futterbedingungen zurecht kommen.

Hartes, nährstoffarmes Steppengras stand auf dem Futterplan. Die Kiefer und Zähne mussten Schwerstarbeit leisten. Zusätzlich wurden Sand und kleinere Steinchen aufgenommen, die dem Pferd halfen seine Zähne zu "entschärfen".

Mit der Domestikation änderte sich die Futtersituation.
Nährstoffreiches, "weiches", zuckerhaltiges Futter stand nun auf dem Speiseplan.

Und da liegt nun auch das Problem.

 

Welche Folgen ziehen Zahnprobleme nach sich?

Folgen dieser Zahnprobleme sind:

  • Störungen der Futteraufnahme
  • mangelnde Verdauung, da die wertvolle Einspeichelung in der Mundhöhle fehlt
  • schlechte Futterverwertung
  • Abmagerung
  • Koliken
  • Durchfälle
  • Störungen im Training, da die scharfen Kanten und Rampen in Kombination mit Gebissen und Zaumzeugen sehr schmerzhaft sind
 

Die Folgen sind Unwilligkeit, Verspannungen im Hals und Rücken, Widersetzlichkeit und Ungehorsam, häufiges Entziehen der reiterlichen Hilfen auf verschiedenste Weisen wie z.B. Kopfschlagen, Einrollen, nicht ans Gebiss treten, Zunge strecken, uvm.

 

Wie oft sollten die Zähne kontrolliert werden?

Wir empfehlen die Zähne routinemäßig mit der Impfung regelmäßig zu untersuchen, d.h. mindestens 1xjährlich beim ausgewachsenen Pferd. In 1/2-jährlichen Abständen sollte bei Pferden mit Fehlstellungen, bzw. bei Pferden bei denen Zahnantagonisten (Gegenspieler) fehlen kontrolliert werden.

Weiters sollten auch 2,5-4,5 Jahre alte Tiere 1/2jährlich untersucht werden, da es bei diesen Tieren zu Milchkappenproblemen kommen kann.

 

Welche Behandlungen können im Stall durchgeführt werden?

  • Korrrektur der Backenzähne
  • Extraktion von Wolfszähnen
  • Anpassen der Schneidezähnen
  • Kürzen von Hengstzähnen
  • Schleifen von "Bit-Seats"
  • Zahnsteinentfernung
 

Warum werden Pferde für die Zahnbehandlung sediert (betäubt)!

Wir arbeiten prinzipiell mit Sedation.Es ist für das Pferd wesentlich stressfreier.

Die Verletzungsgefahr für das Pferd ist minimiert und auch für alle an der Zahnbehandlung beteiligten Personen sind keiner Verletzungsgefahr ausgesetzt. Außerdem ist es die wichtigste Voraussetzung für die Erhebung von klinischen Befunden und Behandlungen.

Nur in einer ausreichenden Sedation und mit Maulgatter können klinisch relevante Befunde in der ausgespülten Mundhöhle erhoben und eine Behandlung durchgeführt werden.

 

Welche Veränderungen gibt es und welche Auswirkungen haben diese?

Zahnkanten:
Im Oberkiefer sind diese Veränderungen meist auf der buccalen (wangenseitig) Zahnseite zu finden, während sich am Unterkiefer die Veränderungen auf der lingualen (zungenseitig) Zahnseite bemerkbar machen. Das Problem der Zahnkanten liegt darin, dass die Kauschläge kleiner und weniger ovoid werden. Die Verletzungsgefahr darf nicht unterschätzt werden. In Verbindung mit Reithalftern entstehen oft schmerzhafte Verletzungen an der Mundschleimhaut, die wiederum zu Abwehrreaktionen und Rittigkeitsproblemen führen.

Zahnhaken:
Bei einem sogenannten Überbiss - Brachygnathia inferior entstehen am P2 des Oberkiefers und M3 des Unterkiefers diese Zahnhaken. Bei einem Unterbiss - Brachygnathia superior entstehen die Veränderungen am P2 des Unterkiefers und am M3 des Oberkiefers. Zahnhaken stellen ein Gleithindernis dar und beeinträchtigen ebenfalls die ovoiden Kauschläge maßgeblich.

Meißelzähne:
Fehlt der Antagonist eines Zahns kann dieser ungehindert wachsen und stellt in späterer Folge ein ziemliches Problem dar. Sind mehrere solche Meißelzähne vorhanden spricht man von einem Treppengebiss.
Treppen- und Wellengebisse entstehen durch unterschiedlich harte Zähne, bedingt auch durch das nicht zeitgleiche "Zahnen". Das Klauflächenniveau ist ungleich, der eine Zahn wird mehr der andere weniger abgenutzt.
Auf Meißelzähne wirken enorme Kräfte ein, sollte dieser schon locker sein muss er extrahiert werden.
Backenzahnextraktionen werden in Zusammenarbeit mit Pferdekliniken durchgeführt

Parodontaltaschen:
Diese werden ausgeräumt und anschließend antiseptisch und antibiotisch versiegelt.

Karies:
Die Karies des Pferdes ist mit der Karies des Menschen nicht zu vergleichen, hat aber die gleiche Ursache. (Süßes)

Periphere Karies:
Sie frisst sich durch den Zahnzement. Schädigt in Folge das Zahnfleisch und löst indirekt eine Parodontitis aus.
Durch die fortschreitende Abnutzung wachsen sich diese Schäden meist vorher aus, bevor sie zum Problem werden.

Infundibularkaries: bisher wurden diese Veränderungen von den verschiedensten Autoren nur an Backenzähnen beschrieben. Nach Entfernen der Futterreste wird der verdächtige Backenzahn mit einer Messsonde ausgemessen. Bei mehr als 6mm Tiefe muss von einer Veränderung ausgegangen werden. Im schlimmsten Fall bricht der Zahn.

 

Welches Ziel verfolgt eine Zahnbehandlung?

Das Ziel einer Zahnbehandlung liegt nun darin ein ausbalanciertes Gebiss, in welchem der Kaudruck physiologisch auf 3 Säulen ( Schneidezähne, Backenzähne, Kiefergelenk) verteilt wird, zu erhalten.

 

Wie füttert man ein Pferd mit Zahnproblemen?

Leider gibt es Pferde, bei denen es nicht mehr möglich ist eine ausreichende Mahlfunktion der Zähne wiederherzustellen.
Bei alten Pferden ist die Zahnsubstanz bis auf die Zahnwurzeln oft verbraucht. Auf den Zähnen sind kaum noch Schmelzfalten vorhanden, die Reibefläche der Backenzähne ist zu glatt und es findet keine ausreichende Zerkleinerung der Nahrung mehr statt.

Probleme treten meistens im Herbst auf, wenn die Fütterung von Gras auf Heu umgestellt wird. Das Heu wird meist nicht ausreichend zerkleinert und verdaut.

Die Pferde "drehen Zigarren", das heißt sie bilden Wickel und spucken diese aus.

Lange unverdaute Strukturen bzw. Fasern sind im Kot erkennbar, Pferde neigen zu Durchfall und magern stark ab. Die Fütterung muss angepasst werden. Die Kraftfutterration zu steigern oder süße Zuckerrübenschnitzel zu füttern ist nicht der richtige Weg.

Das Wichtigste für die Verdauung des Pferdes ist Rauhfutter. Kann das Pferd dieses nicht mehr ausreichend zerkleinern muss man auf Heucobs bzw, Wiesencobs zurückgreifen. Heucobs müssen um einer Schlundverstopfung entgegen zu wirken eingeweicht werden. (Frisch füttern, da Cobs zum Gären neigen)

Wie bei Heu, muss auch bei Heucobs auf Qualität geachtet werden. Es empfiehlt sich mit kleineren Mengen zu beginnen und langsam zu steigern.

Meistens wird die Futterumstellung gut angenommen. Ein altes Pferd, oder Pferde mit Fressproblemen sollten separiert werden, da die Tiere Ruhe und viel Zeit zum Fressen brauchen.

Futterration: (verteilt auf 2-3 Mahlzeiten)

  • ½ - 11/2 kg Heucobs (Trockenmasse) pro 100kg Körpergewicht
  • Bis zu 1 Tasse Pflanzenöl mit hohem Anteil von ungesättigten Fettsäuren (1 EL beginnen)
  • Gequetschter Hafer oder Müsli
  • Qualitativ hochwertige Mineral- und Vitaminfutterzusätze.
 

Noch ein Wunsch in eigener Sache:
Vor der Behandlung KEINE Leckerlis füttern, ein Stück Karotte oder ausnahmsweise ein Stück Würfelzucker erfüllen auch ihren Zweck.

Leckerlis haben die unangenehme Eigenschaft unglaublich im Zahnrelief zu kleben, was die Zahntherapie oft sehr schwierig macht.

Sie haben noch Fragen oder wollen einen Termin?

 

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